Beruf: Yogalehrer

Entspannung kann bei den Yoga-Übungen als Nebeneffekt auftreten, muss aber nicht. Der Mensch soll sich als Einheit von »Atem, Körper und Seele« erfahren und sich mit sich selbst auseinander setzen. Die Yoga-Philosophie umschließt beides, Geist und Körper: Es geht um einen körperlich-geistigen Ausgleich. Manche der Yoga-Übungen kennt man auch im Westen, z.B. den Kopfstand oder den Lotussitz. Ohne die philosophische Basis jedoch ist das Ausführen dieser Übungen nicht das Gleiche. Der Beruf eines Yogalehrers ist anspruchsvoll: Er erfordert Wissen und Können in Philosophie, Körperkunde im weitesten Sinne, Psychologie (da man auch mit kranken Menschen arbeitet) und Pädagogik.

Ausbildung

Ein Yogastudium dauert laut Berufsverband der YogalehrerInnen (BDY) 4 Jahre. Der Titel »Yogalehrer/in« ist nicht geschützt. Für eine kassenärztliche Anerkennung ist meistens eine abgeschlossene Ausbildung als Physiotherapeut/in, Erzieher/in, Lehrer/in, Arzt/Ärztin u.ä. erforderlich.

Anforderungen

Bescheidenheit, Disziplin, Bereitschaft zu lebenslangem, täglichen Üben, Interesse an Psychologie und Physiologie, Interesse an Ernährungswissenschaft, Interesse an östlicher und westlicher Philosophie, Freude am Lehren, Geduld, pädagogisches Geschick

Zahlen, Daten, Fakten

Ursprünglich war Yoga ein rein spiritueller Weg, der vor allem die Suche nach Erleuchtung durch Meditation zum Ziel hatte. Die vielen Asanas entstanden erst im Laufe der Zeit. Ihr vorrangiges Ziel ist, den Körper so zu kräftigen und zu mobilisieren, dass er möglichst beschwerdefrei über einen längeren Zeitraum im Meditationssitz z. B. Lotossitz verweilen kann. Mit der Zeit erkannte man immer mehr die positive Wirkung der körperlichen Übungen auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen. Die Asanas wurden weiterentwickelt, und die körperliche Betätigung im Yoga bekommt in unserer Zeit einen immer höheren Stellenwert. Einen ersten Niederschlag findet diese Entwicklung in der Entstehung des Hatha Yoga. Die „Hathapradipika“, ein Text aus dem 15. Jahrhundert, legt die Techniken dar, die den Körper als effektives Mittel zum Erreichen der existentiellen und spirituellen Ziele des Yoga einbeziehen.