Versicherungen für Existenzgründer

Was ist als Existenzgründer bei Versicherungen alles zu beachten?

Zu denken ist hierbei an Vieles, im Wesentlichen fachliches, doch auch gerade die berufsunspezifischen Dinge wie Internetauftritt, Firmenschild, Praxisausstattung und Marketing halten Einzug in den Alltag und werden dem Berufsstarter in Ihrer Wichtigkeit schnell bewusst. Vielfach ist die Kapitaldecke dünn und ein sorgsames Abwägen vor jeder Investition nötig. Ähnlich wie bei der Frage, ob zuerst Henne oder Ei da waren, muss der Existenzgründer sich der Frage stellen, wie viel Marketing er sich gerade zu Beginn leisten muss, um seinen Platz am Markt finden und damit auskömmliche Umsätze erreichen zu können.

Quelle: fotolia.de - #41793633 © Jeanette Dietl

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Müssen Existenzgründer überhaupt versichert sein?

Der Start in eine neue berufliche Tätigkeit, sei es in Voll- oder in Teilzeit, wird allgemein als spannend empfunden. Eine langwierige Phase der Aus- oder Weiterbildung ist beendet, der Wechsel von der Theorie zur Praxis steht unmittelbar bevor. Der nun folgende Blog soll Sie über die wichtigsten Versicherungen für Existenzgründer Heilberufen informieren, denn häufig wird das Thema Versicherungen erst einmal beiseite geschoben, denn egal um welche Police es geht – sie kostet Geld und bringt erstmal keinen Mehrwert. Mit Ausnahme einer Krankenversicherung gibt es in den Heilberufen nur bei Hebammen eine gesetzliche Pflicht zum Abschluss von Versicherungen. Eine ausreichende und neutrale Aufklärung zum Thema Versicherungen ist während der Ausbildung auch selten Bestandteil des Lehrplanes. Was also sollte beim Thema Versicherungen dem Berufsstarter unbedingt bekannt sein?

1. Krankenversicherung:

In Deutschland ist jeder verpflichtet kranken- und pflegeversichert zu sein. Der Berufsstarter muss sich nun mit der Frage auseinandersetzen muss, ob er bei seiner bisherigen, in 90% der Fälle gesetzlichen, Krankenversicherung bleiben soll, oder in die private Versicherung wechseln sollte, was dem Selbständigen in Deutschland grundsätzlich möglich wäre. Der Selbständige ist entweder freiwillig gesetzlich versichert oder er versichert sich privat. Der Wechsel in eine private Krankenversicherung kann Vorteile in der Beitragshöhe und bei den Versicherungsleistungen bringen, ist aber in jedem Falle genau abzuwägen, weil eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung später meist nicht mehr möglich ist. Es ist ein Beitrag pro versicherter Person fällig, der in seiner Höhe vom Eintrittsalter und möglichen Vorerkrankungen abhängt. Kinder zum Beispiel sind nicht automatisch kostenlos mitversichert sondern werden mit einem eigenen Beitrag belegt. Zu prüfen ist in jedem Falle, ob eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall versichert ist. Da es keinen Arbeitgeber gibt, der ein Gehalt im Krankheitsfalle weiterzahlt, muss die Leistung explizit mitversichert werden, was sowohl gesetzliche wie auch private Kassen können, letztere in der Regel passgenauer und individueller. Möglich ist zum Beispiel, gesetzlich krankenversichert zu sein und eine private Versicherung zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall einzurichten. Die Beratung von Experten ist hier in jedem Falle ratsam.

2. Berufshaftpflichtversicherung:

Bereits ab der ersten Behandlung stehen Sie als Behandler/Berater voll im Haftungsrisiko für Schäden an Sachen oder Personen, die Sie fahrlässig verursachen. Eine Berufshaftpflichtversicherung ist daher vom ersten Moment an sehr dringend anzuraten, denn die Paarung der Eigenschaften: relative Unerfahrenheit, dünne Kapitaldecke und fehlender Versicherungsschutz kann schnell in die wirtschaftliche Katastrophe führen. Dies nämlich dann, wenn ein Behandlungsfehler mit folgender Regressnahme des Geschädigten eintritt, oder ein schlichter Wasserschaden in den Praxisräumlichkeiten zu einem Schaden beim Untermieter führt. Stellen Sie sich einfach vor, dass Sie als gerade erst neu zugelassener Heilpraktiker ohne Berufshaftpflichtversicherung einen Patienten besuchen und bei ihm unabsichtlich einen wertvollen Gegenstand umwerfen und somit zerstören. Oder aber stellen Sie sich einmal vor, dass Sie als Physiotherapeut ohne Berufshaftpflichtversicherung es im Winter versäumt haben Salz zu streuen und sich eine Patienten durch das Ausrutschen verletzt. Das Schadenersatzrecht kennt hier keine Rücksichtnahme wegen Unkenntnis der Rechtslage. Die Verknüpfung der beruflichen mit der privaten Haftpflichtversicherung macht hier durchaus Sinn. Die Mehrkosten von rund 30 € p.a. bei Einschluss der Privathaftpflicht in die Berufshaftpflichtversicherung ist nicht nur günstiger als wenn erstere separat geführt wird, es ist auch aus steuerlicher Sicht interessant.

3. Arbeitskraftabsicherung:

Da in aller Regel keine freiwillige Mitgliedschaft bei der gesetzlichen Rentenversicherung geführt wird, sobald selbständig gearbeitet wird, gibt es auch keinen gesetzlichen Schutz bei Verlust der Erwerbsfähigkeit wegen Unfall oder Krankheit. Das Verbleiben in der gesetzlichen Rentenversicherung zum freiwilligen Mindestbeitrag löst dieses Problem auch nur zum kleinsten Teil, weil mit dem niedrigen Beitrag auch die Leistung sehr niedrig ausfällt. Empfehlenswert ist eine private Berufsunfähigkeitsversicherung, die die Continentale für Heilberufler zu Sonderkonditionen anbietet. Sollte ein Einstieg hier wegen fortgeschrittenen Alters oder wegen gravierender Vorerkrankungen nicht mehr in Frage kommen, kann eine Unfallrentenversicherung Abhilfe schaffen. Auch hier ist die Beratung durch einen Experten für diese Berufsgruppe dringend zu empfehlen.

4. Rentenversicherung:

Wer selbständig arbeitet ist für seine spätere Altersrente auch selbst verantwortlich. Anders als bei gesetzlich Pflichtversicherten Angestellten wird eben nicht jeden Monat ein Beitrag in Höhe von 20% des Bruttoeinkommens in die Rentenversicherung gebucht. Es gilt vielmehr das Prinzip, dass in der Lebensphase des aktiven Erwerbslebens so viel Geld zur Seite gelegt werden muss, dass man in der späteren Phase der Altersrente noch davon leben kann auch ohne zu arbeiten. Angehörige eines medizinischen Heilberufes haben die Möglichkeiten dem Versorgungswerk der Continentale beizutreten. Hier ist es möglich, mit einem Sparbeitrag ab 10 € im Monat einen Rentenversicherungsanspruch aufzubauen. Besonderheit hierbei ist die weitgehende steuerliche Abzugsfähigkeit der Beiträge und die hohe Flexibilität, welche es dem Heilberufler ermöglicht, Sonderbeiträge in sein Versorgungswerk zu buchen, die zu seinen wirtschaftlichen Möglichkeiten und steuerlichen Notwendigkeiten passen. Man ist, anders als bei konventionellen Versicherungen, nicht verpflichtet, einen gleichbleiben hohen Sparbeitrag aufzuwenden, der unter Umständen gerade in umsatzschwachen Phasen nicht zu den Einnahmen passt.