Beruf: Tierheilpraktiker

Allgemeines: Ein Tierheilpraktiker ist eine Person, die ohne tierärztliche Approbation Behandlungen an Tieren ausübt. Die Ausübung dieses Berufes ist, anders als beim Heilpraktiker, gesetzlich nicht geregelt. Die Berufsbezeichnung „Tierheilpraktiker“ ist nicht geschützt und kann zur Zeit von allen Personen geführt werden (siehe: BGH, Urteil vom 22. April 1999 – I ZR 108/ 97). Es stehen also heute Tierheilpraktiker, deren Kenntnisse auf einem Wochenendlehrgang beruhen, neben solchen mit mehrjähriger Ausbildung, so dass der Berufsstand als sehr heterogen angesehen werden muss.

Behandelt werden Tiere nach naturheilkundlichen Erkenntnissen und Methoden. Sie gehen akuten und chronischen Krankheiten sowie Verhaltensstörungen von Tieren auf den Grund und therapieren diese mithilfe von Methoden, die die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung aktivieren sollen. Tierheilpraktiker/innen arbeiten vor allem in tierheilpraktischen Praxen. Darüber hinaus können sie in der beruflichen Erwachsenenbildung oder bei Tierheilpraktikerverbänden tätig sein.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Tierheilpraktiker wird ausschließlich von privaten Schulen (Ausbildungsstätten) durchgeführt, die es hauptsächlich in den größeren Städten Deutschlands gibt. Adressen entnehmen Sie bitte der Liste uns bekannter Schulen. Voraussetzungen für den Ausbildungsbeginn legen die einzelnen Schulen selber fest, ebenso die Ausbildungsinhalte und Ausbildungskosten. Lassen Sie sich bitte von den Schulen Ihrer Wahl Informationsmaterial schicken. Eine Ausbildung zum Human-Heilpraktiker ist nicht Voraussetzung zur Ausübung des Tierheilpraktikerberufes, es gibt auch keine Ausbildung zum Beruf des staatlich anerkannten Tierheilpraktikers. Sie müssen für eine solide Ausbildung eine Dauer von ca. 2 Jahren mit durchschnittlich 1 bis 2 Wochenendvorlesungen pro Monat (Wochenendausbildung) ansetzen, die angebotene Stundenzahl sollte möglichst hoch sein. Die Kosten der Ausbildung werden relativ hoch sein (5000 Euro u. m.). Da die Anzahl der Ausbildungsstunden zwischen den einzelnen Ausbildungsinstituten erheblich differiert, errechnen Sie für einen realistischen Kostenvergleich den Preis einer einzelnen Stunde. Achten Sie bei der Auswahl der Ausbildungsstätte auch auf die Qualifikation der Dozenten. Eine gute Ausbildung soll eine hohe Stundenzahl in Anatomie, Physiologie und Pathologie enthalten. Weiter soll die Ausbildung die Grundlagen in den gängigen Naturheilverfahren vermitteln und ausreichend Praktika beinhalten. Als Beurteilungsgrundlage kann z. B. hier das Curriculum Tierheilpraktiker-Ausbildung der Kooperation deutscher Tierheilpraktiker-Verbände e.V. herangezogen werden. Eine Weiterbildung nach Schulabschluss ist in einigen Therapieverfahren allerdings unumgänglich.

Berufsrisiken

Der Beruf des Tierheilpraktikers wäre in dieser Entwicklung beinahe untergegangen, wäre ihm nicht der Umdenkungsprozess in der Bevölkerung entgegengekommen, der ihn in seiner Berufsauffassung bestärkt. So ist dieser Beruf nicht, wie von tierärztlicher Seite teils behauptet wird, ein überflüssiges Relikt aus der Steinzeit, sondern ein moderner Beruf, der sich durch sein praktisches Verständnis und durch das Berücksichtigen biologischer Abläufe und Kreisläufe auszeichnet. Die Behandlung mit homöopathischen und pflanzlichen Arzneimitteln, aber auch die Beratung der Tierhalter über Fütterungs- und Haltungsprobleme sind Zentrum der beruflichen Tätigkeit. So ist der Tierheilpraktiker, ausgerüstet mit dem Erfahrungsschatz von Generationen und mit natürlicher Begabung auch in Zukunft ein selbstständiger Beruf, der sein Auskommen neben den akademisch ausgebildeten Tierärzten findet.