Rentenversicherungspflicht

… für Trainer und Dozenten – ein Buch mit sieben Siegeln?

„Zunächst einmal wird unterschieden zwischen Beratern und Trainern, Dozenten und Coaches“.
Hierbei richtet sich die Unterscheidung nach dem Gegenstand der Tätigkeit: Der Berater erschaffe Lösungen für seinen Klienten bzw. schlage Lösungen vor. Daher sei er von den anderen drei abzugrenzen:

Der Trainer ist eindeutig lehrend, ebenso der Dozent. Der Coach stößt bei dem Klienten Prozesse an, die ihm helfen, Lösungen zu finden. Somit sei er noch dichter an seiner Zielgruppe als der Trainer und vermittle durch seine Methodik Lösungskompetenzen. Das habe rechtlich zur Folge, dass Trainer, Dozenten und Coaches zunächst in die potenzielle Gruppe der Rentenversicherungspflichtigen fallen und weiteren Prüfungen unterzogen würden, während der Berater ab diesem Punkt außen vor bleibe.

An dieser Stelle schon der erste Tipp: Da die Rentenversicherungsbeiträge nur auf den vom Trainer erwirtschafteten Gewinn vor Steuern erhoben werden, ist es sinnvoll, die für Kunden und Teilnehmer erbrachten Leistungen in der Rechnung sorgfältig zu splitten. So verwendet der Trainer zum Beispiel einen Zeitanteil bei der Seminarvorbereitung für Beratung und Konzeption. Doch die Aufteilung sollte realistisch sein. Es gilt also, selbstkritisch zu prüfen, ob man sich beispielsweise bei einem fünfstündigen Workshop eine zehnstündige Beratung und Konzeption „abkaufen“ würde.

Wie erwähnt, fallen die Rentenversicherungsbeiträge auf den durch die Tätigkeit als Trainer, Dozent oder Coach erwirtschafteten Gewinn vor Steuern an, sofern dieser höher als 4 800 Euro ist. Das bedeutet im positiven Sinne, dass bei Selbstständigen, die einen Teil ihrer Einkünfte zum Beispiel auch als Berater, Therapeuten oder mit ganz branchenfremden Tätigkeiten wie zum Beispiel durch das Betreiben eines Kiosks erwirtschaften, diese nicht „infiziert“ werden durch die eventuelle rentenversicherungspflichtige Einstufung und von der Gewinnbetrachtung frei bleiben.

Was ist, wenn ich das bislang vergessen habe und mein Steuerberater mich nicht darauf aufmerksam gemacht hat? Man ist zwar meldepflichtig, doch es handelt sich nicht um eine Straftat, wenn man es nicht tut. Dr. Hamans Kenntnis nach, sei noch nie ein Ordnungsgeld verhängt worden. Das Nichtmelden würde lediglich als Fehleinschätzung des Versicherungspflichtigen eingestuft. Doch wenn, sei ein Ordnungsgeld bis zu 5 000 Euro möglich.

Bei Partnerschaftsgesellschaften werden die Personalkosten auf die Partner gesplittet. Achtung bei der GmbH: Die Gesellschafter sind trotzdem rentenversicherungspflichtig, wenn sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllen.

Im Einzelfall wird die Prüfung durch den Steuerberater oder einen Fachanwalt empfohlen.