Gesetzliche Grundlagen der Haftpflichtversicherung

Hier zeigen wir Ihnen in einfachen Worten die gesetzliche Grundlage auf, die als rechtliche Basis eines jeden Haftpflichtversicherungsvertrages zu betrachten sind.

Die Rechtsgrundlagen der Haftung und des Schadenersatzes in Deutschland

Die Haftung und der Schadenersatz für Schäden, die man einem Dritten in Deutschland zufügt, sind im BGB (Bürgerlichen Gesetzbuch) festgelegt. Die angewendeten Regeln finden sich in den Paragraphen 823 ff. wieder. Der wohl wichtigste Paragraph ist der Paragraph 823: Schadenersatzpflicht. Der wiederum bedeutsamste Absatz ist der Erste: Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

Die Haftungsobergrenze in Deutschland

Für Schäden, für jene wir im Sinne des deutschen Haftungsrechtes haftbar gemacht werden können, gibt es keine Obergrenzen. Das heißt, dass die Haftung ohne Grenzen ist. Der Verursacher eines Schadens haftet vollumfänglich – mit seinem ganzen privaten Vermögen. Die Maximalkalkulation eines eventuellen Schadens ist dem Einzelnen somit faktisch unmöglich. Ein Haftpflichtschaden, der nicht versichert ist, kann im schlimmsten Fall die selbstaufgebaute wirtschaftliche Existenz kosten.

Die Unterscheidung zwischen Verschuldens- und Gefährdungshaftung

Meist gilt in Deutschland die so genannte Verschuldenshaftung. Wer schuldet fremde Personen, Sachen oder Personen schädigt, muss Schadenersatz leisten. Der Geschädigte muss die Schuld des Schädigers beweisen.

Davon abweichend ist die Gefährdungshaftung. Hier ist die Beweislast umgekehrt. Der Schädiger gilt so lange als Schuldig, bis er selber einen Entlastungsbeweis führen kann. Dieses Haftungsprinzip findet überall dort Anwendung, wo von einer Sache grundsätzlich eine erhöhte Gefahr ausgeht. Dies gilt zum Beispiel für folgende Personengruppen:

  • Hundehalter
  • Kraftfahrzeughalter

Geht´s auch erstmal ohne ?

Wer gerade am Beginn seiner beruflichen Karriere als Psychotherapeut steht, und ggf. auch erstmal nur in Teilzeit arbeitet, mag sich fragen, ob eine Berufshaftpflichtversicherung dann tatsächlich ab der ersten Behandlung sein muss. Dies ist klar mit ja zu beantworten. Gerade bei Personenschäden im Rahmen Psychotherapeutischer Behandlungen lässt sich später schwer eingrenzen, wann genau denn der vermeintliche Schaden vom Therapeuten begangen wurde. War es direkt in der ersten Sitzung, oder doch erst drei Monate später in der zwölften ? Es gilt immer das Schadendatum als relevant, wo ein Schaden verursacht wurde. Bestand zu diesem Datum kein Versicherungsschutz, können hieraus abzuleitende Folgeschäden von der Versicherung abgelehnt werden.