Beruf Psychologischer Psychotherapeut

In Deutschland ist ein psychologischer Psychotherapeut (PP) ein Psychologe, der nach dem mit Diplom oder Master abgeschlossenem Psychologiestudium eine Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG) abgeschlossen und die Approbation, die Befähigung zur eigenständigen Durchführung von Psychotherapie, erhalten hat. Psychologische Psychotherapeuten arbeiten meist in Kliniken oder in eigener Praxis.

Ausbildung Psychologischer Psychotherapeut

Für die Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten sind folgende psychotherapeutische Verfahren zugelassen: Psychoanalyse/analytische Psychotherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, seit 2002 die Gesprächspsychotherapie und seit Dezember 2008 auch die Systemische Therapie. Geregelt wird die Ausbildung auf Basis des Psychotherapeutengesetzes in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für psychologische Psychotherapeuten. Die Ausbildung kann als mind. dreijährige Vollzeit-Ausbildung oder als mind. fünfjährige berufsbegleitende Ausbildung absolviert werden. Beide Möglichkeiten gliedern sich für die Verfahren Verhaltenstherapie und tiefenpsychologisch-fundierte Therapie u. a. in: 600 Stunden Theorie; 1800 Stunden praktische Tätigkeit in eineinhalb Jahren, davon ein Jahr in einer Psychiatrischen Klinik, ein halbes Jahr in einer psychosomatischen Klinik, Psychiatrie oder in der Praxis eines Psychotherapeuten oder eines Facharztes für Psychotherapeutische Medizin; 120 Stunden Selbsterfahrung; 600 Stunden Patientenbehandlung in einer Ausbildungs-Instituts-Ambulanz oder in einer Lehrpraxis; 150 Stunden Supervision. Insgesamt werden 4200 Stunden in der mindestens drei (Vollzeit) oder mindestens fünf (Teilzeit) Jahre dauernden Ausbildung absolviert. Für die analytische Psychotherapie sind mehr Leistungen zu erbringen: im Bereich der Selbsterfahrung (Lehranalyse) werden i.d.R. mehr als 300 Gesamtstunden erwartet. In Ausbildungen, die eine kombinierte Ausbildung von analytischer Psychotherapie und tiefenpsychologisch-fundierter Psychotherapie beinhalten, werden zusätzlich zu den genannten mehr als 300 Selbsterfahrungsstunden, im Bereich der Behandlungsstunden (mind. 1000 Stunden Patientenbehandlung) unter mind. 250 Stunden Kontrollanalyse (Supervision). Im Bereich der Psychoanalyse/analytischen Psychotherapie überschreiten die Anforderungen vieler Lehrinstitute die gesetzlich geforderten Mindestbestimmungen.

Kompetenzen Psychologischer Psychotherapeut

+ Differenzielle und Persönlichkeitspsychologie

+ Ehe-, Familien-, Lebensberatung

+ Entwicklungspsychologie

+ Klinische Psychologie

+ Psychoanalyse

+ Psychologie

+ Psychologische Diagnostik

+ Psychosomatik

+ Psychotherapie

+ Tiefenpsychologie

+ Verhaltenstherapie

Zahlen, Daten, Fakten Psychologischer Psychotherapeut

Jährlich werden ca. 1.500 psychologische Psychotherapeuten zugelassen, die jedoch nur in den Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie, Psychoanalyse und Tiefenpsychologie tätig sein dürfen, um abrechnen zu können. Hierfür müssen diese etwa 4 bis 5 Jahre studieren und eine 3- bis 5-jährige psychotherapeutische Weiterbildung absolvieren. Sozialarbeiter und Pädagogen mit Zusatzausbildung als Kinder- und Jugendpsychotherapeuten betätigen sich in der Behandlung von Patienten bis zu 21 Lebensjahren, jedoch benötigen sie eine Anerkennung/ Zulassung über die Kassenärztliche Vereinigung.