Wir informieren über das Thema der Grobe Fahrlässigkeit

Sie suchen detaillierte Informationen über Grobe Fahrlässigkeit, doch haben bisher nicht das richtige gefunden? Wir sind Spezialisten von Versicherungen und wollen Ihnen daher im Folgenden das Wichtigste über Grobe Fahrlässigkeit neutral berichten. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung. Wir freuen uns auf Sie..

Wie ist die Definition von Grobe Fahrlässigkeit?

Ein Versicherungsnehmer handelt grob fahrlässig, wenn er die in der jeweiligen Situation erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt. Ausgangspunkt für die Beurteilung ist die in § 276 Abs. 2 BGB normierte gesetzliche Definition der Fahrlässigkeit: Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt. Im Gegensatz zur einfachen Fahrlässigkeit sind bei der Beurteilung der groben Fahrlässigkeit nicht nur die objektiven Anforderungen des Gesetzes, sondern auch die individuellen Fähigkeiten und Merkmale des Handelnden, die sogenannten subjektiven Voraussetzungen, zu berücksichtigen. Gefordert wird ein subjektiv unentschuldbares Fehlverhalten (OLG Celle 09.06.2005 – 8 U 182/04).

Die Rechtsprechung hat den die grobe Fahrlässigkeit gegebenenfalls ausschließenden Begriff des Augenblicksversagens geschaffen, wonach der Versicherungsnehmer nicht grob fahrlässig handelt, wenn der Schaden auf ein einmaliges menschliches Versagen zurückzuführen ist. Hinzukommen müssen jedoch weitere Umstände, die die Einmaligkeit des Versagens verstärken. Nicht jedes Augenblicksversagen berechtigt zur Herabstufung des Vorwurfs der groben Fahrlässigkeit (BGH 08.07.1992 – IV ZR 223/91).

Wann muss die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit bezahlen?

Seit dem 01. Januar 2008 kommt es nun jedoch auf die Entscheidung im Einzelfall an, ob Geld fließt oder nicht – und wenn ja, wie viel.

Je mehr einem der Vorwurf der groben Fahrlässigkeit zu machen ist, umso weniger Geld bekommt man von der Versicherung – je weniger „grob fahrlässig“ man handelt, umso mehr bekommt man. Lässt man z.B. die vordere Haustür offen, so ist es für einen Einbrecher risikoreicher und gefährlicher dort einzusteigen. Man handelt also weniger grob fahrlässig. Wenn man die Tür jedoch hinterm Haus offen lässt, ist es für einen Einbrecher umso leichter den Coup zu landen – man handelte in größerem Maße grob fahrlässig, da der Dieb hier schließlich ungesehen eintreten kann. So macht das neue VVG den Schutz des Versicherungsnehmers bei grober Fahrlässigkeit vom Grad des Verschuldens abhängig; der Versicherungsschutz erlischt nicht mehr automatisch. Doch wie misst man nun die genaue Höhe der Schuld?

Hier gibt es leider noch keinen Katalog oder ähnliches. So müssen die Versicherer selbst abwägen bzw. die Gerichte letztlich selbst entscheiden, wie hoch die Schuld im Einzelfall ist. Einzelfälle wie das Fahren mit mehreren Promille werden jedoch weiterhin strikt begutachtet, wobei der Versicherte nach wie vor wohl kaum mit Geld im Schadensfall rechnen darf.

Wir informieren über die Berufshaftpflichtversicherung

Mit mehr als 100 Jahren Erfahrung sind wir auf die Berufshaftpflichtversicherung fokussiert und bieten Ihnen mit dem umfangreichen Lexikon solide Auskünfte. Neben Begriffen wie Grobe Fahrlässigkeit informieren wir Sie auch beispielsweise über Gliedertaxe oder Gruene-Versicherungskarte.