Grundlagen der Haftpflichtversicherung

Die Haftung und der Schadenersatz für Schäden, die man einem Dritten in Deutschland zufügt, sind im BGB geregelt. Der wohl wichtigste Paragraph hier ist der § 823 : Schadenersatzpflicht. Der wiederum wichtigste 1. Absatz lautet: Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.
Die Haftungsobergrenze in Deutschland
Die schlechte Nachricht zuerst: Für Schäden, für die man im Sinne des deutschen Haftungsrechtes haftbar gemacht werden kann, gibt es keine Obergrenzen. Das heißt: Der Verursacher eines Schadens haftet vollumfänglich – mit seinem kompletten Vermögen – auch dem privaten. Die Maximalkalkulation eines eventuellen Schadens ist dem Einzelnen somit unmöglich.

Die Verschuldens- und Gefährdungshaftung: wichtige Unterscheidung!
Bei der Verschuldenshaftung liegt die Beweislast stets beim Geschädigten. Er muss dem Schadenverursacher beweisen, dass er schuldhaft gehandelt hat. Gelingt ihm dies, ist der Schadenverursacher zum Ersatz des Schadens verpflichtet.

Die Gefährdungshaftung funktioniert anders. Sie besagt: alleine die Tatsache, dass Sie ein Betreiber oder Besitzer beispielsweise eines Tieres oder einer Sache sind, von dem eine erhöhte Gefahr ausgeht, macht Sie für alle Schäden haftbar, die durch diese Tiere oder Sachen hervorgerufen werden. Außerdem ist die Beweislast umgekehrt: der Halter des Hundes muss beweisen, dass der Geschädigte den Schaden selbst verschuldet hat; kann er das nicht, haftet er vollumfänglich. Klassische Beispiele hierfür sind:

Kraftfahrzeug (geregelt im Pflichtversicherungsgesetz)
Haustiere (geregelt im § 833 BGB)
Haustiere, die dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt dienen (z.B. Hund des Schäfers, Wachhund etc.)