Haftungsobergrenzen und die Frage des Verschuldens

Die im BGB geregelte Frage der Haftung für vom Ergotherapeuten verursachte Schäden an Sachen oder Personen kennt keine Haftungsobergrenze. Der Therapeut haftet also stets unlimitiert. Ist er wirtschaftlich nicht im Stande, einen von ihm verursachten Schaden voll zu begleichen, bleibt nur der Weg in die Insolvenz.

Wichtig ist aber, dass eine Schadenersatzpflicht laut Gesetz nur dann eintritt, wenn den Therapeuten auch ein Verschulden trifft. Ohne Verschulden ist er auch nicht haftbar zu machen.

Beispiel: Ein Patient fällt auf frisch gewischtem Boden in Ihrer Praxis. Sie haben aber gut sichtbar auf die Rutschgefahr hingewiesen. Hier trifft Sie keine Schuld und es ist auch keine Haftung gegeben.

Ein Verschulden kann auch schon in geringem Maße ausreichen, um eine Haftung des Ergotherapeuten auszulösen. Wenn der Therapeut sich zum Beispiel nicht nach möglichen psychischen Erkrankungen des Patienten erkundigt und in dieser Folge durch eine Therapie eine Verschlimmerung des Gesundheitszustandes eintritt. Hier kann man von einer Schuld aus Seiten des Behandlers ausgehen und eine Haftung wird wahrscheinlich gegeben sein.

Eine Berufshaftpflichtversicherung für Ergotherapeuten hat Ihren Inhalt nicht nur in der Begleichung verursachter Schäden. Sie prüft zudem, ob eine Haftung laut Gesetz denn überhaupt gegeben ist. Sollte dies nicht der Fall sein, vertritt der Versicherer die Interessen des Behandlers bis hin zu einem möglichen Streit vor Gericht und übernimmt auch alle Kosten dafür.