Berufsbild: Coach

Ein Coach unterstützt seine Klienten bei der Persönlichkeitsbildung meist in Verbindung mit Themen der Berufswelt. Um Veränderungen zu ermöglichen, stellt der Coach hierzu Gewohnheiten, Sichtweisen, Lebenseinstellung und bestehende Strukturen in Frage. Die Qualität des Coachings ist von der Reife und der Risikobereitschaft des Coachs abhängig. Dadurch, dass er den Klienten konsequent an seine Selbstverantwortung erinnert, riskiert er unter Umständen auch eine ablehnende Haltung. Hierbei bleibt der Coach eindeutig und konsequent. Damit bietet er den Klienten den konstanten Part, der neben der Aufforderung zu Veränderungen, die benötigte Sicherheit bietet. Des Weiteren darf ein Coach seine eigene Charakterbildung nicht vernachlässigen. Er muss seine eigenen Werte und Prinzipien leben und mit den eigenen Schwächen und Stärken umgehen können.

Ausbildung

Die Ausbildung zum Coach umfasst 220 Zeitstunden und erstreckt sich über 12 Monate. Die Termine sind wahlweise auf 11 Wochenenden oder 5 Wochen verteilt, wobei diese Termine explizit außerhalb der Schulferien liegen. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Ausbildung gehören:

+ Theorie und Praxis unterschiedlicher Coachingansätze

+ Multidisziplinärer Hintergrund von Coaching

+ Grundlagen aus Psychologie, Sozial- und Kommunikationswissenschaften

+ Einführung des ethischen Selbstverständnisses für Coaching

+ Anwendungsbereiche von Coaching

+ Abgrenzung zu verwandten Verfahren

+ Rahmen für Coaching

+ Phasen im Coachingprozess

+ Professionelle und wertschätzende Haltung des Coachs

+ Gesprächs- und Interventionstechniken

+ Coaching: Vertragliches und Recht

+ Selbstreflexion und Selbsterfahrung

+ Supervision

Aufgaben

+ Der Coach ist in erster Linie ein Gesprächspartner.

+ Er hört seinen Klienten zu und versteht sie

+ Er stellt Fragen, die zum Nachdenken anregen, was zur Selbsterkenntnis führt

+ Er findet gemeinsam mit seinen Klienten Lösungen und vertraut ihren Fähigkeiten.

+ Er hilft Probleme zu lösen, Ziele zu erreichen sowie richtigen Entscheidungen zu finden.

Kompetenzen

Zu den wichtigsten Kompetenzen eines Coachs, gehört unter anderem die Selbstkompetenz. Ein guter Coach muss authentisch sein. Hierbei versteht man den Umgang mit der eigenen Person. Dazu gehören allgemeine Haltungen wie Grundwerte und ethische Prinzipien, Selbstkenntnis, angemessene Selbsteinschätzung und Selbstwahrnehmung. Die Klienten wollen in jedem Fall einen echten, glaubwürdigen Coach. Daher ist die Echtheit und Glaubwürdigkeit des Coachs, die nur begrenzt erlernbar sind, sehr bedeutungsvoll. Sehr wichtig ist auch die Sozialkompetenz. Ein guter Coach muss aktiv und unvoreingenommen zuhören können. Die hauptsächliche Voraussetzung ist hier die Kontaktfähigkeit. Wenn es dem Coach nicht gelingt, mit dem Gegenüber einen echten vertrauensvollen Kontakt herzustellen, kann Coaching auch nicht stattfinden. Die offene neutrale Haltung sowie die Zurückhaltung bei Werturteilen gegenüber den Themen des Coachs machen dessen Professionalität aus.

Coachs: Gewünschte Eigenschaften

+ Lebenserfahrung

+ Ausstrahlung

+ Empathie (emotionales Einfühlungsvermögen)

+ Humor

+ Diskretion

+ Kontaktfähigkeit

+ Konfliktfähigkeit

+ Kritikfähigkeit

+ Kommunikation

+ Ausdrucksvermögen

+ Kooperation

+ Einfühlungsvermögen

+ Integrationsfähigkeit

Coach: Zahlen, Daten, Fakten

In Deutschland wird die Zahl der professionellen Coachs auf etwa 5.000 Personen geschätzt. Bei einer Einwohnerzahl von 82,4 Millionen Menschen, kommt auf ca. 16.500 Menschen ein Coach. Im Vergleich zum UK sind in Deutschland, nur ca. 50% so viele Coachs tätig, was auf ein entsprechendes Wachstumspotenzial des Coaching-Marktes hindeutet. Zudem sind die Anwendungsbereiche von Coaching sehr vielfältig und wachsen stetig. Coaching erfreut sich einer zunehmenden Beliebtheit und wird gerade auch im Business-Kontext stark gefördert.