Wie finanziere ich mein Projekt?

Die professionelle Vorbereitung auf das Gespräch mit der Bank

Wenn Sie bis hier alle Schritte durchgearbeitet haben, dürfte Ihr Businessplan nun in ganzer Pracht vor Ihnen liegen. Jetzt gilt es nur noch, die richtige Bank zu finden und den Herrn hinterm Schreibtisch von Ihrer Idee zu überzeugen. Fangen wir beim Punkt „die richtige Bank finden“ an.

Natürlich kann ich Ihnen hier nicht den ultimativen Bankentipp geben, denn die Beratungsqualität steht und fällt mit dem jeweiligen Berater. Achten Sie vielleicht gleich als Erstes darauf, dass Sie mit einem Entscheidungsträger reden, nicht mit einem Sachbearbeiter ohne klare Entscheidungskompetenz. Oftmals haben Hauptgeschäftsstellen mehr Kompetenz in der Bearbeitung von Fördermitteln als kleine Zweigstellen, fragen Sie jedoch auf alle Fälle nach, ob die von Ihnen gewählte Filiale generell staatliche Fördermittel in den Finanzie­rungsplan miteinbezieht.

Falls Sie schon gute persönliche Kontakte zu einem Banker haben, dann nutzen Sie diese. Oder fragen Sie z. B. Unternehmer Ihres Arbeitskreises, wer gute Erfahrungen mit seiner Bank gemacht hat.

Wenn Sie das Gefühl haben, als Bittsteller und nicht als geschätzter Kunde behandelt zu werden, wenn Ihr Gegenüber keine Zeit oder sich nicht vorbereitet hat, gar versucht, Sie schnell abzufertigen, und inkompetent wirkt oder mög­licherweise während des Gesprächs Ihnen zusätzliche Produkte verkaufen möchte, dann ziehen Sie die Reißleine und suchen Sie sich eine Alternative.

Vorab sollten Sie auf alle Fälle schon telefonisch klären, welche Unterlagen Sie zum Termin bei der Bank benötigen und ob diese eventuell vor dem persönlichen Termin dem zuständigen Mitarbeiter zugeleitet werden sollen.

Welche Unterlagen könnten angefordert werden?

Hier eine kleine Auswahl:

  • Lebenslauf
  • Qualifikationsnachweis/Zeugnisse
  • Gründungskonzept
  • Businessplan

SCHUFA-Auskunft (kostet 7,60 Euro und kann unter www.meineschufa.de/ downloads/13_service/SCHUFA_Infoblatt-EB-Antrag-deutsch.pdf bestellt wer­den)

Nutzen Sie bereits bestehende persönliche Kontakte zu Ihrer Hausbank

Verwenden Sie niemals Originale, sondern immer gute Kopien!

Zeigen Sie Unternehmer­kompetenz!

  • Selbstauskunft
  • Einkommensteuerbescheid
  • Einkommensnachweis
  • Handelsregisterauszug mit Gesellschafterliste
  • Gesellschaftervertrag
  • Kaufvertrag
  • Objektfotos
  • Konto- und Depotauszüge, Rückkaufwertbestätigung, Nachweis über Anspar­guthaben bei Bausparkassen
  • aktuelle Salden bei sonstigen Darlehen/Verbindlichkeiten
  • Kopien bestehender Kredit-/Darlehensverträge
  • im Zusammenhang mit EKH: IHK-/Handelskammer-Stellungnahme
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung/Expose des Finanz- oder Steuerberaters

Falls Sie vorab angeforderte Unterlagen an die Bank senden und diese ohne weiteren Kommentar zurückgeschickt werden, dann fragen Sie auf alle Fälle nach dem Warum. Solche Informationen geben Banken in der Regel nicht gerne heraus; versuchen Sie dennoch zu erfahren, aus welchem Grund Ihr Vorhaben abgelehnt wurde, damit Sie das Konzept entsprechend abändern können.

Falls Sie jedoch eine Einladung zu einem persönlichen Termin erhalten haben, dann kommen wir nun zum Punkt „den Herrn hinterm Schreibtisch von Ihrer Idee zu überzeugen“.

Eines ist ganz klar:

Eine exzellente Vorbereitung auf den Termin ist die entscheidende Grundlage, denn: Wer ohne Plan in ein Gespräch geht, kommt sicher ohne Darlehenszusage wieder heraus!

Machen Sie sich daher schon im Vorfeld Gedanken zu möglichen Einwänden der Kreditgeber und stellen Sie Lösungsansätze zusammen. Lassen Sie sich nicht durch skeptische Fragen verunsichern, zeigen Sie im Gespräch gleich mögliche Alternativen auf; das beweist Kompetenz!

Dem Banker geht es als Kaufmann in erster Linie um sein eigenes kaufmänni­sches Interesse, nämlich eine gute Rendite zu erwirtschaften. Machen Sie ihm souverän klar, dass es auch Ihnen um Wirtschaftlichkeit geht, dann sitzen Sie mit ihm in einem Boot.

Was gar nicht geht:

  • Unpünktlich zum Termin erscheinen
  • Nachlässige Kleidung
  • Großspuriges oder unsicheres Auftreten
  • Unrealistische Zahlen
  • Unklare Vorstellung über Finanzierung
  • Vorenthalten von Informationen, ausweichendes Antworten
  • Den externen Berater als Präsentator einsetzen (wer eine Planung nicht selbst erklären kann, kann sie auch nicht umsetzen).

Achtung! Denken Sie daran, dass Anträge für Fördermittel immer vor der Inves- j tition zu stellen sind!

Beachten Sie hier ganz genau die Antragsfristen – sonst gehen Sie leer aus!

Wie lange es bis zur Bewilligung von Fördermitteln dauert?

Da gibt es Spannen zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten.

Die aktuellen Bearbeitungszeiten können Sie z. B. bei der Hotline der KfW-Mittelstandbank unter der Rufnummer 0180 1241 124 erfragen.