Wie forme ich meine Idee zum Konzept?

Vom Suchen und Finden einer Geschäftsidee bis zur Ausarbeitung eines tragenden Konzepts

  1. Wie komme ich zu einer Geschäftsidee?
  2. Mind Map
  3. Konkurrenzanalyse, Marktanalyse, Benchmarking
  4. Von der Idee zum Marketing – Fragenkatalog
  5. Konzept meiner Geschäftsgründungsidee auf dem Gesundheitsmarkt

Die erfolgreichsten Geschäftsideen werden aus dem Wunsch, Probleme zu beheben, geboren. Suchen Sie also nicht nach möglichst exotischen Geschäfts­ideen – suchen Sie nach Problemen!

Schwierigkeiten, Bedürfnisse oder Angebotslücken sind die perfekten Chancen, Nischen oder Marktlücken für sich zu entdecken. Oftmals führen ein gesunder Menschenverstand oder eigenes Erleben dazu, ein neues Geschäftsfeld aufzutun.

Gerade als Gesundheitsdienstleister sind Sie dafür geschult, mit sehr feinen Antennen auf die Probleme und Bedürfnisse Ihrer Klienten/Patienten einzugehen. Machen Sie sich Ihr besonderes Gespür für das Auffinden von Lösungen zur Grundlage Ihrer Geschäftsidee!

Wie komme ich zu einer Geschäftsidee?

Die wichtigsten Instrumente, die Sie zum Aufspüren einer tragfähigen Geschäfts­idee brauchen, haben Sie sozusagen schon als Grundausstattung in Ihrer Gründerpersönlichkeit verankert. Diese gilt es jetzt nur noch zu aktivieren und auszurichten. Ich spreche von Ihren Augen, Ihren Ohren und Ihrem Instinkt.

Hören Sie genau hin!

  • Was finden Menschen lästig?
  • Was ist Menschen unangenehm?
  • Wo erwarten sie Hilfe?
  • Wo erwarten sie Beratung?
  • Welche konkreten Wünsche haben sie?
  • Was machen andere Dienstleister falsch?
  • Welche Ängste bewegen Menschen?

Suchen Sie nach Problemen!

Nutzen Sie Medien als Informationsquellen!

Schauen Sie genau hin!

  • Wo entstehen neue Wohngebiete, in denen Sie Ihre Dienstleistungen gut positionieren können?
  • Wo entstehen neue Unternehmen auf dem Gesundheitsmarkt?
  • Wo werden Praxen gegründet? Wo geschlossen?
  • Welche Kaufgesuche erscheinen im Kleinanzeigenteil?
  • Was tut sich auf dem Kleinanzeigenmarkt der Verbandsseiten?
  • Was boomt gerade?
  • Welche Pläne hat der Gesetzgeber? Öffnen sich dadurch neue Märkte?
  • Wie verändert sich das Verbraucherverhalten?
  • Nutzen Sie das Internet – recherchieren Sie z. B. in Foren, die Ihren Gesund­heitssektor bedienen.
  • Nutzen Sie Stadtbüchereien – die bieten kostenlosen Zugang zu einem breiten Fachzeitschriftensortiment, Publikumszeitschriften sowie Tageszeitungen.
  • Stöbern Sie in Buchhandlungen nach Neuerscheinungen, die es in Ihrem Themengebiet gibt.
  • Besuchen Sie Fachmessen und knüpfen Sie dort Kontakte.

Eine wertvolle Hilfe, Ihre Ideen zu ordnen, ist dabei das „Mind-Mapping“ – eine Kreativitätstechnik, die Struktur in die ungeordneten Ideenschnipsel bringt. Man kann diese Form auch „Ideenbaum“ nennen.

Wie geht’s?

  • Kernthema auf die Mitte eines Blattes schreiben,
  • Ideen zum Kernthema, ohne sie zu bewerten, sammeln und notieren (z. B. auf Post-its),
  • Oberbegriffe finden und gesammelte Ideen einsortieren.

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Und wohin kommen dann all die gesammelten Daten? Natürlich wieder in Ihren Existenzgründungsordner! Sie haben eine interessante Geschäftsidee gefunden? Gratulation! Weiter geht’s in Richtung Verwirklichung!

Die nächsten Fragen, die Sie sich stellen müssen, Lauten:

  • Verspricht meine Geschäftsidee Erfolg?
  • Kann ich mit meiner Idee Geld verdienen?
  • Antworten bekommen Sie, indem Sie die Konkurrenz und den Markt analysieren. Stellen Sie sich hierzu folgende Fragen:
  • Will überhaupt irgendjemand meine Dienstleistung?
  • Gibt es überhaupt jemanden, der dafür Geld ausgeben möchte?
  • Wie sieht dieser „Jemand“ aus? Wie alt ist er?
  • Ist dieser „Jemand“ überhaupt zahlungskräftig?
  • Welche Anforderungen stellt er?
  • Welcher Standort begünstigt meine Idee?

Dabei zahlt es sich aus, die Konkurrenz zu analysieren. Die meisten Infos erhalten Sie direkt von der Konkurrenz geliefert. Sammeln Sie Broschüren, Preislisten, Werbeprospekte, Flyer von Mitbewerbern. Analysieren Sie deren Internetauftritte. Zur Auswertung der gesammelten Daten könnten Sie sich fol­gende Fragen stellen:

  • Welche Stärken hat der Mitbewerber?
  • Was deckt der Mitbewerber nicht ab?
  • Welche Schwächen sehe ich im Mitbewerber?
  • Welche Preise verlangt der Mitbewerber?
  • Welchen Service bietet der Mitbewerber?

Eine mögliche Hilfe ist hier die Technik des Benchmarkings. Benchmarking heißt nichts anderes als Ihre Geschäftsidee, Ihre Dienstleistung mit den besten Unternehmen Ihrer Branche zu vergleichen und von diesen zu lernen.

Wie geht’s?

  1. Klären Sie z. B., welche Dienstleistung, welche Strategie, welches Marketing­konzept etc. sollen verglichen werden?
  2. Wen/welchen Mitbewerber nehme ich mir als „Vorbild“?
  3. Welche Abweichungen/Unterschiede bestehen? Wo liegen die Leistungs­defizite?
  4. Was ist zu tun? Wie setze ich die gewonnenen Erkenntnisse um? Und dann?

Alle Erkenntnisse, Infos, Konkurrenzbeobachtungsergebnisse etc. ab in den Existenzgründungsordner!

Konkurrenzanalyse zahlt sich aus.

Benchmarking: Vergleichen Sie sich mit den Besten!

Das Institut für freie Berufe in Nürnberg bietet eine fantastische Checkliste an, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Wenn Sie die unten stehenden Fragen durchgearbeitet haben, sind Sie definitiv fit zur Ausformulierung Ihres Geschäfts­konzepts:

Von der Idee zum Marketing

1. Die Dienstleistung

  • Welche Dienstleistung wollen Sie verkaufen?
  • Was halten Freunde und Bekannte von der Dienstleistung?
  • Welche Zusatznutzen hat Ihre Dienstleistung?
  • Wie sieht der Zeitplan für die Entwicklung Ihrer Dienstleistung aus?
  • Wie ist der Entwicklungstand Ihrer Dienstleistung?
  • Wie stellen Sie Ihre Dienstleistung zur Verfügung?
  • Welche Voraussetzungen müssen bis zum Start noch erfüllt werden?
  • Wann kann die Dienstleistung vermarktet werden?
  • Genügt Ihre Dienstleistung den gesetzlichen Bestimmungen?
  • Welche Entwicklungsschritte sind für Ihre Dienstleistung notwendig?

2. Standort

  • Wo bieten Sie Ihre Leistung an?
  • Wie viel Fläche benötigen Sie?
  • Haben Sie sich schon für einen Standort entschieden? Falls ja, warum?
  • Welche Vorteile hat der Standort?
  • Wie können Sie diese Vorteile optimal nutzen?
  • Welche Nachteile hat der Standort?
  • Wie können Sie diese Nachteile ausgleichen?
  • Wie wird sich der Standort zukünftig entwickeln?
  • Existiert die Zielgruppe für Ihr Angebot an diesem Standort?

3. Konkurrenz

  • Wer sind Ihre Konkurrenten?
  • Welche Unternehmensdaten Ihrer Konkurrenz haben Sie?
  • Sind Ihre Konkurrenten zu schlagen?
  • Können Sie preisgünstiger sein als die Konkurrenz?
  • Wie können Sie Preiskämpfe vermeiden?
  • Kennen Sie Ihren Vorsprung vor der Konkurrenz?
  • Sind Sie auf mögliche Reaktionen der Konkurrenz vorbereitet?
  • Können Sie die Schwächen Ihrer Konkurrenz nutzen?
  • Können Sie sich auf Dauer durch Zusatzleistungen von der Konkurrenz abheben?
  • Welche sind die größten Stärken und Schwächen Ihrer Konkurrenten?
  • Was ist Ihr Wettbewerbsvorteil?
  • Wie wollen Sie ihn ausbauen bzw. verteidigen?
  • Welches ist Ihr Wettbewerbsnachteil?
  • Wie können Sie diese Schwächen abbauen?
  • Wer gehört nicht zu Ihrer Konkurrenz und warum?
  • Wie ist die Branchenentwicklung?
  • Von welchen Einflussfaktoren hängt die Entwicklung der Branche ab?
  • Wie werden sich Preise und Kosten in der Branche entwickeln?

4. Preisstrategie und Marketing

  • Welche Preisstrategie verfolgen Sie und warum?
  • Zu welchem Verkaufspreis wollen Sie Ihre Dienstleistung anbieten?
  • Welche Kalkulation liegt diesem Preis zugrunde?
  • Welche „Absatzmengen“ steuern Sie in welchem Zeitraum an?
  • Mit welchen Werbemaßnahmen erreichen Sie Ihre Kunden am besten?
  • Wann und wie oft führen Sie Werbemaßnahmen durch?
  • Welche Faktoren sollten Sie beachten, um den richtigen Preis zu erreichen?
  • Welchen Spielraum sollten Sie bei der Preisgestaltung einrechnen?
  • Können Sie durch Mehrdienste, Zusatznutzen, Ausnutzung einer Nische mit dem gleichen Preis wie Ihre Konkurrenz auf den Markt anbieten?

5. Umsatz und Profitabilität

  • Wie hoch ist der angestrebte Umsatz und wieso?
  • Wie hoch ist der angestrebte Marktanteil und wieso?
  • Wann erreichen Sie spätestens die Gewinnschwelle?
  • Wie hoch schätzen Sie den Gewinn für die nächsten drei Jahre?
  • Reicht das Kaufkraftvolumen Ihrer Zielgruppe aus, die von Ihnen gewünsch­ten Umsätze zu erzielen?

6. Realisierungsaufwand

  • Werden Sie den Vorbereitungs- und Gründungsaufwand bewältigen können?
  • Mit wem wollen Sie Ihr Unternehmen starten? Allein? Partner? Angestellte? Wer kommt infrage? Wer ist zuverlässig?
  • Wie hoch müsste Ihr minimales, wie hoch Ihr maximales finanzielles Enga­gement sein?
  • Welche Mittel benötigen Sie von Fremdkapitalgebern?
  • Wie lange brauchen Sie, bis der Kapitaleinsatz wieder erwirtschaftet ist?
  • Haben Sie Reserven für Unvorhergesehenes eingeplant?
  • Wie hoch sind Ihre Fremd- und Eigenkapitalanteile?

Jetzt können Sie Ihr Konzept der Geschäftsgründungsidee sicher ganz locker aus dem Ärmel schütteln.

Nehmen Sie dazu alle bereits erstellten Listen aus Ihrem Existenzgründungs­ordner zu Hilfe.

Im Folgenden sehen Sie, welche Punkte das Konzept beinhalten sollte:

Konzept meiner Geschäftsgründungsidee auf dem Gesundheitsmarkt

  1. Beschreibung der Idee
  2. Wie soll die Dienstleistung konkret aussehen?
  3. Welcher konkrete Bedarf wird mit meiner Dienstleistung abgedeckt?
  4. Welches Berufsbild benötige ich für die Dienstleistung?
  5. Entspricht meine Ausbildung/mein Profil diesen Anforderungen?
  6. Wie sieht meine Zielgruppe aus?
  7. Wie wird sich voraussichtlich die Nachfrage entwickeln?

Das Ganze kommt dann wieder in den Existenzgründungsordner!