Wer steht mir zur Seite?

Netzwerke, Seilschaften und Gründungshilfen, weiterführende Tipps und Adressen

  • Gründungshilfen
  • Gründungscoachingshilfe der KfW

Ich kann mir vorstellen, dass Ihnen nach dem Lesen dieses Ratgebers der
Kopf schwirrt. Eine Existenz zu gründen bedeutet einen enormen Einschnitt
und einschneidenden Wandel auch im persönlichen Umfeld.
Nicht nur Ihre Fach- und Methodenkompetenz ist hier gefragt, sondern auch
einiges an Selbstmanagement, um wichtige Unternehmeraufgaben zu lösen.

  • Private Vorsorge für Unfälle, Alter und unvorhergesehene Ereignisse
  • Kommunikation und Auseinandersetzung mit Ämtern und Behörden (Ordnungsamt, Gesundheitsamt, Finanzamt etc.)
  • Kommunikation und Auseinandersetzung mit Verbänden (IHK, Berufsgenossenschaft etc.)
  • Erstellung von Vorgaben (z. B. Absatzvorgaben) und deren Einhaltung
  • Selbstmotivation und Selbstkontrolle (Termine, Aufgaben, Arbeits-/Freizeit etc.)

Wie gut, dass es in Deutschland unzählige Hilfen zum Thema „Existenzgründung“
gibt. Dabei können Sie aus Vorträgen, Tages- und Wochenseminaren sowie Kon-
gressen bis hin zu mehrmonatiger Begleitung, Fachgruppen, Coaching, Mento-
ring von Ämtern, Handelskammern, Instituten und freien Beratungsunternehmen
etc. vor, während und nach der Existenzgründung wählen.

Besonders zu erwähnen sind folgende Institutionen:
Institut für Freie Berufe Nürnberg

Das Institut für Freie Berufe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg ist 1964 gegründet worden. Träger des Instituts ist der Verein „Institut
für Freie Berufe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
e. V.“ mit Sitz in Nürnberg.
Ziel der Institutsarbeit ist die wissenschaftliche Forschung, Lehre und Vermitt-
lung von Informationen über Wesen und Bedeutung der Freien Berufe in Gesell-
schaft, Wirtschaft und Staat, und zwar für die Freien Berufe in ihrer Gesamtheit
wie auch für einzelne Berufsgruppen und Berufe. Darüber hinaus befasst sich
das Institut für Freie Berufe mit der Gründungsberatung und der Betreuung vonCoachingmaßnahmen für Freie Berufe. Weitere Informationen bietet der Link:
http://www.ifb-gruendung.de/.
Achtung! Wie schon im Namen benannt, bietet das Institut für Freie Berufe
Beratung für Berufsgruppen der Freien Berufe. Alle Gewerbetreibenden finden
bei den Industrie- und Handelskammern weitreichende Informationen.

Statements

Martin Wendel, IfB Erlangen auf die Frage:
„Was muss ich mitbringen, um als Gründerpersönlichkeit zu überzeugen?“
Wichtig ist eine dem Menschen zugewandte, aufgeschlossene Wesensart – ver-
bunden mit einem selbstsicheren Auftreten. Ausgewogenheit in der Kommuni-
kationsgestaltung, Wertschätzung gegenüber dem Kunden und seinem Anliegen
sowie die Begegnung auf Augenhöhe bilden die Grundlage für eine fruchtbare
Zusammenarbeit. Insbesondere im Gesundheitswesen ist meines Erachtens
eine ausgeprägte Sozialkompetenz seitens des Gesundheitsdienstleisters von
Bedeutung, um das notwendige Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Industrie- und Handelskammern

Industrie- und Handelskammern (IHK) sind Körperschaften des öffentlichen
Rechts. Sie üben staatshoheitliche Verwaltungsaufgaben aus, deren Art und
Kontrolle durch das Gesetz der Industrie- und Handelskammern (IHKG)
geregelt ist.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Spitzenorgani-
sation der insgesamt 82 Industrie- und Handelskammern. Die IHKs sind Ein-
richtungen der Wirtschaft und wichtigster Interessenvertreter der gesamten
gewerbetreibenden Unternehmen in der jeweiligen Region.
Die IHK vertritt das Interesse ihrer zugehörigen Unternehmen gegenüber den
Kommunen, Landesregierungen und regionalen staatlichen Stellen und durch
den DIHK gegenüber der Bundesregierung und der Europäischen Kommission.

Der Staat hat den IHK eine Reihe von Aufgaben übertragen: 
  • Ausstellung von Ursprungszeugnissen und Carnets
  • Abnahme von Prüfungen bei der Berufsbildung
  • Registrierung von Ökostandorten
  • Vereidigung von Sachverständigen
  • Durchführung gutachterlicher Tätigkeiten für die staatlichen Verwaltungen und für die Gerichte
  • Mitwirkung bei der Bestellung von Handelsrichtern
  • Mitwirkung bei den Handelsregistereintragungen

Die IHK liefern darüber hinaus notwendige Wirtschaftsinformationen und Wei-
terbildungsangebote für die ihnen zugehörigen Unternehmen:

  • Bildungsangebote
  • Seminare, Vorträge, Schulungen

Sie stehen ihren Mitgliedsunternehmen auch als direkte Berater oder sachkun-
dige Makler in vielen lokalen, regionalen und überregionalen Angelegenheiten
der Wirtschaft zur Verfügung oder aber über den DIHK auch auf Bundesebene
und bei internationalen Organisationen.
IHK-Gründungsberater informieren z. B. über:

 

  • öffentliche Fördermittel,
  • helfen bei der Finanzierungs-, Umsatz- und Rentabilitätsplanung,
  • geben Auskunft über örtliche Marktstrukturen und Konkurrenzverhältnisse und
  • beantworten Standortfragen sowie Fragen des Raum- und Flächenbedarfs.

 

Gründungshilfen

Vater Staat greift uns bei der Existenzgründung ganz kräftig unter die Arme.
Dazu gehören begünstigte Darlehen der KfW Mittelstandsbank auf Bundesebene
oder der Landesförderinstitute wie z. B. der L-Bank in Baden-Württemberg, der
LfA in Bayern oder der NRW Bank in Nordrhein-Westfalen. Außerdem gehören
(nicht rückzahlbare) Zuschüsse sowie Mittel für die unternehmerische Fortbil-
dung, wie beispielsweise Coaching-Mittel für Existenzgründer aus der Arbeits-
losigkeit, dazu.
Für Gründer ohne Anspruch auf Unterstützung durch die Arbeitsagenturen
bietet der ESF, der Europäische Sozialfonds, Hilfen zur Existenzgründung.
Der Gründungszuschuss wird seit dem 01.08.2006 an Arbeitslose gezahlt, die
sich selbstständig machen. Hat ein Existenzgründer seine vorherige Arbeitsstelle
von sich aus gekündigt und ist ihm nicht gekündigt worden, so ist er für die
Dauer von drei Monaten für den Gründungszuschuss gesperrt und erhält keine
Förderung.
Eine Übersicht über die veröffentlichten Förderprogramme der Europäischen
Union, der Bundesrepublik Deutschland sowie der Bundesländer bietet die För-
derdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit (http://www.
foerderdatenbank.de/).

Kleiner Exkurs in Sachen Ideenklau

Denken Sie daran, dass Sie bei der Beantragung von Fördermitteln zur Exis-
tenzgründung nicht alle Ihre Geschäftsideen und Kundenkontakte offenlegen.

Diese potenziellen Geldgeber betreuen in der Regel auch andere Existenzgründer
und haben gute Kontakte in die Industrie. Sie erhalten also ohne vorherige
Gegenleistung Einsicht in Ihre Geschäftsgeheimnisse. Alle diese Daten sind
nicht wie z. B. Patente gesetzlich gesichert und könnten möglicherweise – ohne
Ihre Zustimmung – in anderen Unternehmen umgesetzt werden.
Darum kann es eine schlechte Idee sein, dem Antrag auf Fördermittel einen
detaillierten Businessplan beizulegen. Die Vermischung Ihres Ideenguts mit
anderen Unternehmen kann durch Geheimhaltungs verpflichtungen kaum ver-
hindert werden, da im Einzelfall meist nicht nachweisbar ist, auf welchem Weg
eine solche Idee in ein anderes Unternehmen gelangte, oder ob dort jemand die
gleiche Idee einfach selber entwickelt hat.

Gründungscoaching der KfW

Was beinhaltet das Programm „Gründercoaching Deutschland“?

Kommen wir noch einmal auf den bereits erwähnten Europäischen Sozialfonds
(ESF) zurück.
Dieser gewährt Unternehmen im Bereich der gewerblichen Wirtschaft und
Angehörigen wirtschaftsnaher Freier Berufe Zuschüsse zu den Kosten von Coa-
chingmaßnahmen. Dabei darf die Gründung bzw. Übernahme des Unternehmens
zum Zeitpunkt der Antragstellung nicht länger als fünf Jahre zurückliegen.
Von der Förderung ausgeschlossen sind Coachingmaßnahmen im Vorgrün-
dungsbereich.
Das Gründercoaching Deutschland wird bundesweit angeboten. Anträge auf ein
gefördertes Gründercoaching sind bei einem Regionalpartner (für Gewerbetrei-
bende ist das die regionale IHK, für Freie Berufe das IFB) zu stellen.

Wie hoch ist die Förderung?

Das maximal förderfähige Tageshonorar beträgt 800 Euro. Ein Tagewerk umfasst
acht Stunden. Unternehmen erhalten im Geltungsbereich

  • ■ der neuen Bundesländer einen Zuschuss in Höhe von. 75%
  • ■ der alten Bundesländer einschließlich Berlin einen Zuschuss in Höhe von 50%,

bezogen auf das maximal förderfähige Tageshonorar. Das insgesamt vertraglich
zu vereinbarende Nettob eraterhonorar darf die Bemessungsgrundlage von
maximal 6.000 Euro nicht überschreiten.
Als Existenzgründer aus der Arbeitslosigkeit erhalten Sie in der gesamten Bun-
desrepublik einen Zuschuss in Höhe von

  • 90 % des Beraterhonorars.

Das Beraterhonrar darf in diesem Fall nicht mehr als 4.000 Euro betragen.